Um einen "Cinematic Look" zu erzeugen, nehmen viele ihre Filme und Videos mit der magischen 24 Bilder pro Sekunde Regel auf und arbeiten mit dem doppelten Shutterspeed um eine natürliche Bewegungsunschärfe und damit das angeblich natürlichste Bild zu generieren. Warum es aber für meine Aufnahmen gerade deswegen ungeeignet ist werde ich euch kurz zusammenfassen:

Bewegungsunschärfe bei 24 BPS

Den Großteil meiner Aufnahmen tätige ich ohne Stativ oder Gimbal mit einer möglichst leichten Kamera, die natürlich eine eingebaute Bildstabilisierung besitzt um ein angenehm ruhiges und scharfes Bild zu erhalten. Da ich kein Profifilmer bin und meine Kameraführung nicht immer 100% gleichmäßig und ruhig ist, oder ich schlecht steige, zum Beispiel auf stark unebenen Untergrund, so sieht man all diese Verwacklungen im Video, auch wenn diese nur ganz klein und unscheinbar sind und dann wirkt das Video nicht gut. Daher nutze ich neben der Optischen Bildstabilisierung meist auch eine Digitale. Bei der digitalen Bildstabilisierung wird der gesamte Sensor ausgelesen und gecropt, damit das aufgenommene Bild zusätzlich stabilisiert werden kann, indem der gecropte Bereich flüssig auf dem Bildsensor verschoben wird, je nachdem, wie die Verwacklung ist, was mit einem Lagesensor und Gyroskop ermittelt werden kann. Actioncams wie die GoPro sind nur so stabilisiert und jeder weiß, was für ein ruhiges, stabiles und Kino-taugliches Bild man erhalten kann. 

Zusätzlich lässt sich das Bild noch im Videoschnittprogramm stabilisieren. Hierbei verliert man 10-20% an Bildfläche, da dies genauso wie die elektrische in Body Stabilisation funktioniert. Da meine Videos "nur" in 4K aufgenommen werden und später auf YouTube und Co. sowieso stark komprimiert werden reicht es für mich aus das 4K Video in bester Schärfe und Stabilität in FHD zu exportieren (bzw. in 4k damit die Qualität besser ist, speziell auf YouTube, dazu schreibe ich später noch einen Artikel).

Jetzt komme ich erst zu dem Punkt, warum 24 Bilder nicht zu meinem Workflow passen: Die Bewegungsunschärfe!!

Ja genau das, was das Video so toll macht, kann es bei elektrisch stabilisierten Videos eben kaputt machen, denn nun habe ich eine Bewegungsunschärfe in eine Richtung in die sich gar nichts bewegen sollte, bzw. meine Videos sind an der Stelle, an der ich sie verwackelt habe einfach unscharf und man merkt, dass da etwas nicht stimmt.

 

Warum filmt man eigentlich mit 24 Bildern pro Sekunde?

Dies entstand aus dem Kompromiss, gerade noch flüssige Bilder darstellen zu können, aber nicht zu hohe Daten, damals zu große, bzw. zu viele Filmrollen anzuhäufen.

 

Darstellen von Bildern auf modernen Geräten

Die meisten modernen Geräte arbeiten mit 60Hz, versucht man nun ein Video mit 24 oder 25 BPS darzustellen, dann wird von Zeit zu Zeit ein Bild verschluckt und dann sieht man bei langsamen Kameraschwenks ein ruckeln, aber auch nur, wenn man genau schaut, was nicht jedem auffällt.

 

Warum haben wir in Europa 25BPS und die Amerikaner arbeiten mit 30BPS?

Das hat mit der Netzfrequenz zu tun, das europäische Netzt läuft mit 50Hz und das Amerikanische mit 60Hz. Um kein Flimmern im Video zu sehen muss man nun mit einem vielfachen dieser Frequenz arbeiten, also bei 50Hz kann ich mit 25, 50, 150,.. BPS arbeiten und bei 60Hz mit 30, 60, 120, 180,... BPS. 

 

Fazit zum filmen mit 24BPS:

Nur in 24 Bildern bei Shutterspeed 48 filmen, wenn man auch die Kamera perfekt führt und somit keine Digitale Bildstabilisierung anwenden wird und man mit Licht filmt, dass nicht flackert!!!

 

Mein Tipp:

Am besten mit mindestens 25, oder 30 Bildern und mit mindestens Shutterspeed 100 in der Sekunde filmen um ein scharfes und gut zu stabilisierendes Video zu erhalten. Um die Bilder etwas flüssiger zu bekommen kann man zum Schluss eine Bewegungsunschärfe-Effekt verwenden, das verlängert zwar die Renderzeit etwas, aber man bekommt einen besseren Filmlook. So gelingen mit einfachen Mitteln, scharfe und natürliche Aufnahmen die Cinematisch sind. So spart man sich die Aufnahmen mehrmals wiederholen zu müssen und kann sich auf den Inhalt und das Genießen des Moments konzentrieren.

Um ein gutes Bild zu erhalten stelle ich lieber eine hohe Datenrate bei weniger Bildern ein, denn dann sind die Bilder detailreicher und deutlich besser nachzubearbeiten.

Achtung:
Wenn man zum Beispiel einen Springbrunnen, oder Wasserfall mit zu hohem Shutterspeed (mehr als dem 5 fachen Shutterspeed zu Framerate) filmt, dann wirkt dieser kantig, abgehackt und unnatürlich, daher ist es wichtig, nur 2-4x den  Shutterspeed zur Framerate einzustellen, und nicht zu hoch!

 

Sollte ich meine Meinung ändern, oder ich noch was neues herausfinde, um noch bessere Videos zu machen, dann werde ich den Artikel überarbeiten.

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Stefan J. Trucker
Seit klein auf beschäftige ich mich mit Technik, Foto&Videographie und Design. Um mein Wissen und Erfahrungen festzuhalten dokumentiere ich meine Errungenschaften, um diese mit euch zu teilen und für mich niederzuschreiben, dass ich später dort ansetzten kann, wo ich aufgehört habe und immer und überall auf meine Inhalte zugreifen zu können. Mein Motto: Imagine it, Design it, Create it - Just do what you want.