HIPS
Allgemeine Bezeichnung
Name: High Impact Polystyrene (HIPS)
Materialart: Schlagzäh modifiziertes Polystyrol
HIPS ist ein technischer Kunststoff, der im 3D-Druck vor allem als Stützmaterial für ABS bekannt ist, aber auch als eigenständiges Material für funktionale Bauteile eingesetzt werden kann.
Herkunft & Nachhaltigkeit
HIPS ist ein erdölbasierter Kunststoff, der durch die Modifikation von Polystyrol mit Gummi-Additiven schlagzäher gemacht wird.
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Nicht biologisch abbaubar
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Recycelbar (Kunststoffkennzeichnung „6 – PS“)
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Geringe Umweltfreundlichkeit im Vergleich zu biobasierten Kunststoffen
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Langlebig bei sachgemäßer Verwendung
Fazit zur Umwelt:
HIPS ist kein nachhaltiger Kunststoff, punktet jedoch durch seine Funktionalität und spezielle Einsatzmöglichkeiten im 3D-Druck.
Druckeigenschaften
HIPS lässt sich ähnlich wie ABS drucken, ist jedoch etwas einfacher zu verarbeiten.
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Neigt zu Warping und Schrumpfung
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Beheiztes Druckbett erforderlich
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Geschlossener Bauraum empfohlen
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Gute Layerhaftung bei korrekten Temperaturen
HIPS wird häufig als Supportmaterial verwendet, da es sich in Limonen auflösen lässt, ohne ABS anzugreifen.
Mechanische Eigenschaften
HIPS ist robuster als normales Polystyrol, aber weniger belastbar als ABS.
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Schlagzäh, weniger spröde als PLA
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Mittlere Festigkeit
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Gute Maßhaltigkeit
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Etwas flexibel, aber nicht elastisch
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Bessere Bruchfestigkeit als PLA
Es eignet sich gut für funktionale Bauteile mit moderater Belastung.
Chemische Eigenschaften
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Löslich in d-Limonen (wichtig für Support-Strukturen)
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Beständig gegen Wasser
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Empfindlich gegenüber vielen Lösungsmitteln
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Begrenzte UV-Beständigkeit
Thermische Eigenschaften & Richtwerte
HIPS ist temperaturbeständiger als PLA, aber vergleichbar mit ABS.
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Drucktemperatur: ca. 220–240 °C
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Heizbett: 90–110 °C
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Wärmeformbeständigkeit: ca. 90–100 °C
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Gute Temperaturstabilität im Innenbereich
Optik & Oberflächenqualität
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Meist matt und leicht strukturiert
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Gute Detaildarstellung
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Weniger glänzend als PLA oder PETG
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In der Regel weiß oder naturfarben, wenige Farbtöne
HIPS wird eher funktional als dekorativ eingesetzt.
Gesundheitliche Aspekte & Sicherheit
Emissionen beim Drucken
Beim Drucken von HIPS entstehen VOCs und ultrafeine Partikel, ähnlich wie bei ABS.
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Spürbarer Kunststoffgeruch
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Emissionen höher als bei PLA oder PETG
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Styrol-basierte Dämpfe können reizend wirken
Empfehlungen:
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Betrieb nur in gut belüfteten Räumen
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Geschlossener Druckraum mit Filter dringend empfohlen
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Nicht in Wohn- oder Schlafräumen drucken
Umgang mit Limonen
Beim Einsatz als Supportmaterial wird HIPS häufig in d-Limonen aufgelöst.
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Limonen ist ein stark riechendes Lösungsmittel
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Kann Haut und Atemwege reizen
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Schutzmaßnahmen (Handschuhe, Lüftung) erforderlich
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Nicht für Kinder oder unbeaufsichtigte Nutzung geeignet
Hautkontakt & Anwendungssicherheit
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Kurzzeitiger Hautkontakt mit HIPS-Teilen meist unproblematisch
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Nicht lebensmitteltauglich
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Gedruckte Oberflächen mikroporös
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Nicht für Spielzeug oder medizinische Anwendungen empfohlen
Typische Einsatzbereiche
Geeignet für:
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Stützmaterial für ABS-Drucke
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Funktionale Prototypen
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Gehäuse und technische Teile
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Bauteile mit moderater Temperaturbelastung
Weniger geeignet für:
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Einsteigerprojekte
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Deko-Objekte
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Außenanwendungen (UV-Empfindlichkeit)
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Einsatz in Wohnräumen ohne Lüftung
Zusammenfassung / Fazit
HIPS ist ein spezialisiertes Material im FDM-3D-Druck, das seine Stärken vor allem als lösliches Supportmaterial ausspielt. Als eigenständiges Material ist es funktional, aber anspruchsvoll in der Verarbeitung.
Kurz gesagt:
HIPS eignet sich für erfahrene Anwender, technische Anwendungen und komplexe ABS-Drucke – weniger für Alltag und Design.