TPE
Allgemeine Bezeichnung
Name: Thermoplastische Elastomere (TPE)
Materialart: Elastomerische Thermoplaste
TPE bezeichnet keinen einzelnen Kunststoff, sondern eine Materialfamilie elastischer Thermoplaste. Im 3D-Druck stehen TPE-Filamente für maximale Flexibilität, noch weicher als die meisten TPU-Varianten.
Herkunft & Nachhaltigkeit
TPEs sind in der Regel erdölbasiert.
Nicht biologisch abbaubar
Recycelbar (materialabhängig)
Sehr langlebig
Umweltbilanz vergleichbar mit TPU
Fazit zur Umwelt:
TPE ist kein nachhaltiger Kunststoff, überzeugt jedoch durch extreme Elastizität und lange Lebensdauer.
Druckeigenschaften
Der 3D-Druck mit TPE gilt als sehr anspruchsvoll.
Sehr geringe Druckgeschwindigkeit notwendig
Direktantrieb (Direct Drive) praktisch Pflicht
Bowden-Systeme ungeeignet
Filament neigt stark zum Verformen im Extruder
Kaum Warping, aber hohe Anforderungen an die Führung
TPE richtet sich klar an erfahrene Anwender mit geeignetem Drucker.
Mechanische Eigenschaften
TPE ist extrem weich und elastisch.
Sehr hohe Flexibilität
Gummiartige Haptik
Sehr hohe Dehnbarkeit
Gute Rückstellkraft
Geringe Steifigkeit
Die Härte wird meist in Shore A (z. B. 60A–85A) angegeben – deutlich weicher als TPU.
Thermische Eigenschaften & Richtwerte
TPE ist nur eingeschränkt temperaturbeständig.
Drucktemperatur: ca. 200–230 °C
Heizbett: 30–60 °C
Wärmeformbeständigkeit: ca. 60–80 °C
Bleibt auch bei niedrigen Temperaturen flexibel
Chemische & Umweltbeständigkeit
Gute Beständigkeit gegen Wasser
Teilweise beständig gegen Öle und Fette (materialabhängig)
Geringe UV-Beständigkeit bei manchen TPE-Typen
Sehr gute Vibrations- und Geräuschdämpfung
Optik & Oberflächenqualität
Matte, gummiartige Oberfläche
Details weniger scharf darstellbar
Hohe Layerhaftung sichtbar
Fokus auf Haptik und Funktion statt Optik
Gesundheitliche Aspekte & Sicherheit
Emissionen beim Drucken
Beim Drucken von TPE entstehen ultrafeine Partikel und VOCs, vergleichbar mit TPU.
Geringer bis kaum wahrnehmbarer Geruch
Keine stark reizenden Dämpfe bekannt
Additive können Emissionen beeinflussen
Empfehlungen:
Gute Raumlüftung
Bei Dauerbetrieb Filter oder Gehäuse sinnvoll
Hautkontakt & Anwendungssicherheit
TPE wird häufig für hautnahe Anwendungen genutzt
Kurz- und langfristiger Hautkontakt meist unproblematisch
Gedruckte Teile nicht automatisch haut- oder lebensmittelzertifiziert
Mikroporöse Oberflächen können hygienisch kritisch sein
Für medizinische, Spielzeug- oder Babyprodukte sind zertifizierte Materialien erforderlich.
Typische Einsatzbereiche
Geeignet für:
Sehr weiche Dichtungen
Gummifüße und Pads
Stoß- und Vibrationsdämpfer
Weiche Griffe
Flexible Schutzkappen
Weniger geeignet für:
Maßhaltige Bauteile
Mechanisch belastete Strukturteile
Drucker ohne Direct Drive
Zusammenfassung / Fazit
TPE ist ein Spezialmaterial für maximale Flexibilität. Es übertrifft TPU in Weichheit, stellt jedoch deutlich höhere Anforderungen an Drucktechnik und Erfahrung.
Kurz gesagt:
TPE ist ideal für sehr weiche, gummiartige Bauteile – aber nur mit passender Hardware und Geduld sinnvoll einsetzbar.