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Radonbelastung in Österreich

erstellt am
  Sonntag, 28. Dezember 2025
bearbeitet am
  Sonntag, 28. Dezember 2025
von
  Stefan Trucker  

Wer ein Immobilie sucht, sollte sich bewusst sein, dass die Radonbelastung in Österreich nicht zu vernachlässigen ist, weil Radon-Gas überall aus dem Boden austritt und sich besonders in geschlossenen Räumen anreichern kann. Die Gefahr hängt stark von Region, Bauweise und Nutzung ab.

1. Bedeutung von Radon in Österreich

  • Radon ist ein radioaktives Edelgas, das durch Zerfall von Uran im Untergrund entsteht und unbemerkt in Gebäude eindringen kann. In Innenräumen kann es sich anreichern und beim Einatmen die Lungen schädigen. [1]

  • In Österreich ist Radon nach dem Rauchen die häufigste Ursache für Lungenkrebs, mit etwa rund 400 Todesfällen pro Jahr aufgrund der Radon-Exposition. [2]

  • Österreich zählt zu den Ländern mit vergleichsweise hohen Radonwerten weltweit, weil viele Böden hohe Radonemissionen haben. [3]

2. Radon-Messwerte und Referenzwerte

  • Innenraum-Radon wird in Becquerel pro Kubikmeter Luft (Bq/m³) gemessen. [3]

  • In Österreich lautet der Referenzwert (Jahresmittelwert) für Wohn- und Arbeitsräume 300 Bq/m³. Werden diese Werte überschritten, wird eine Sanierung empfohlen bzw. sind ggf. gesetzliche Maßnahmen vorgesehen. [3]

  • Gesundheitsexperten (z. B. WHO) sehen bereits ab etwa 100 Bq/m³ ein erhöhtes Risiko und empfehlen, so niedrig wie möglich zu halten. [2]

3. Regionale Unterschiede

  • Österreich verfügt über definierte Radonschutz- und Radonvorsorgegebiete, in denen die Wahrscheinlichkeit höherer Innenraumkonzentrationen ist. Diese basieren auf Messkampagnen mit über 50.000 Gebäuden. [5]

  • Aber auch außerhalb dieser Gebiete können einzelne Gebäude hohe Radonkonzentrationen haben, denn lokale Bodenbedingungen und Bauweisen beeinflussen das Risiko stark. [2]

4. Einfluss eines Kellers auf das Radonrisiko
Ein Haus mit Keller kann ein deutlich höheres Radonrisiko haben als ein Gebäude ohne Keller, aus folgenden Gründen:

  • Radon gelangt überwiegend aus dem Boden über Risse, Fugen und Leitungsdurchführungen ins Gebäude. Bereiche mit direktem Bodenkontakt – vor allem Keller und Erdgeschoss – sind daher die Hauptwege. [1]

  • In Kellerräumen kann sich Radon stärker anreichern, wenn sie schlecht belüftet sind; dort sind regelmäßig die höchsten Konzentrationen im Haus zu finden. [2]

  • Bei Gebäuden ohne Keller ist der Eintrittspfad länger bzw. weniger direkt, was tendenziell zu niedrigeren Radonwerten führen kann – aber nicht garantiert. Auch hier hängt es von Dämmung, Fundament und Untergrund ab. [3]

  • Bauen in Radonvorsorge- oder Schutzgebieten erfordert nach österreichischer Bauordnung bereits schutztechnische Maßnahmen, z. B. druckdichte Bodenplatten oder Radon-Drainagen unter der Bodenplatte. [3]

5. Praktische Konsequenzen und Empfehlungen

  • Messen ist Pflicht für Klarheit: Die einzige zuverlässige Methode, um das Risiko für ein bestimmtes Gebäude einzuschätzen, ist eine Radon-Langzeitmessung (z. B. über mehrere Monate). In Österreich gibt es dafür unter bestimmten Bedingungen kostenlose Messangebote. [3]

  • Ist der Wert >300 Bq/m³, werden bauliche Maßnahmen wie Unterbodenabsaugung, Abdichtung oder verbesserte Belüftung empfohlen bzw. notwendig. [4]

  • Schon bei geringeren Werten kann durch regelmäßige Belüftung und geeignete Bau-/Sanierungsmaßnahmen das Risiko reduziert werden. [3]

Zusammengefasst:

  • Die Gefahr durch Radon in Österreich ist nicht trivial, da Radon mitverantwortlich für einen bedeutenden Anteil der Lungenkrebsfälle ist. [2]

  • Die tatsächliche Belastung in einem konkreten Haus hängt stark von Region, Untergrund, Bauweise und Lüftungsverhalten ab. [3]

  • Häuser mit Keller haben in der Regel direkten Kontakt zum Boden und höhere Wahrscheinlichkeit für erhöhte Radonwerte als Häuser ohne Keller. [1]

  • Eine konkrete Messung im Wohnbereich ist der einzige verlässliche Weg, um das individuelle Risiko zu bestimmen. [3]


 
 
 

1. Radonschutzgebiet

Definition
Ein Radonschutzgebiet ist ein Gebiet, in dem nachgewiesen häufig erhöhte Radonkonzentrationen in bestehenden Gebäuden auftreten. Die Einstufung basiert auf umfangreichen Messungen in Wohnräumen.

Kernmerkmale

  • Werbung

    Erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Referenzwert von 300 Bq/m³ überschritten wird

  • Schwerpunkt auf Gesundheitsschutz der Bevölkerung

  • Bestehende Gebäude stehen im Fokus

Konsequenzen

  • Messung wird dringend empfohlen, insbesondere in Wohn- und Aufenthaltsräumen

  • Bei Überschreitung von 300 Bq/m³:

    • Sanierungsmaßnahmen werden empfohlen

    • Für Arbeitsplätze können rechtliche Verpflichtungen zur Sanierung bestehen

  • Keine automatische Sanierungspflicht für private Wohnhäuser, aber klare Empfehlung

Kurz gesagt:
„Hier wissen wir, dass viele Häuser tatsächlich zu hohe Radonwerte haben.“

2. Radonvorsorgegebiet

Definition
Ein Radonvorsorgegebiet ist ein Gebiet, in dem geologisch bedingt ein erhöhtes Radonpotenzial im Untergrund besteht, auch wenn noch nicht flächendeckend hohe Innenraumwerte gemessen wurden.

Kernmerkmale

  • Prognose auf Basis von Geologie und Bodenbeschaffenheit

  • Fokus auf präventiven Bautenschutz

  • Betrifft vor allem Neubauten und größere Umbauten

Konsequenzen

  • Bei Neubau oder wesentlicher Sanierung sind Radonvorsorgemaßnahmen verpflichtend

  • Typische Maßnahmen:

    • radondichte Bodenplatte

    • Abdichtung von Durchdringungen

    • vorbereitete Radon-Drainage oder Unterbodenabsaugung

  • Für bestehende Gebäude besteht keine automatische Mess- oder Sanierungspflicht

Kurz gesagt:
„Hier kann Radon leicht auftreten – deshalb muss vorsorglich gebaut werden.“


3. Gegenüberstellung

Merkmal Radonschutzgebiet Radonvorsorgegebiet
Grundlage Messungen in Gebäuden Geologie / Boden
Fokus Bestehende Gebäude Neubauten
Risiko Nachgewiesen hoch Potenziell hoch
Messung Dringend empfohlen Empfohlen
Bauauflagen Keine rückwirkend Verpflichtend bei Neubau
Ziel Gesundheitsschutz Prävention

4. Bedeutung für ein Haus mit Keller

Gerade in Radonschutz- oder Vorsorgegebieten macht ein Keller einen relevanten Unterschied, weil:

  • Keller direkten Bodenkontakt haben

  • dort meist die höchsten Radonwerte gemessen werden

  • Undichtigkeiten (Fugen, Leitungen, Bodenplatte) typische Eintrittsstellen sind

In einem Radonvorsorgegebiet ist ein Keller nur mit baulichen Schutzmaßnahmen zulässig.
In einem Radonschutzgebiet ist ein Keller nicht verboten, aber Messung und ggf. Sanierung besonders wichtig.

Kurzfazit

  • Radonschutzgebiet = bestehendes, nachgewiesenes Problem → messen & ggf. sanieren

  • Radonvorsorgegebiet = vorhersehbares Risiko → beim Bauen vorbeugen

  • Ein Haus mit Keller erhöht in beiden Fällen die Relevanz des Themas deutlich

Wenn Sie möchten, kann ich das konkret auf ein Bundesland oder eine Gemeinde beziehen oder typische Kosten und Maßnahmen für Kellerhäuser erläutern.

Einen Keller kann man nachträglich sehr wirksam gegen Radon optimieren, auch ohne vollständigen Umbau. Entscheidend ist, wie Radon in den Keller gelangt und welche Nutzung vorgesehen ist (reiner Lagerraum vs. Aufenthaltsraum). Nachfolgend die praxisrelevanten Maßnahmen, geordnet nach Wirksamkeit und Aufwand.


1. Ausgangspunkt: Messen (zwingend vor jeder Maßnahme)

Bevor Sie investieren, sollte eine Radon-Langzeitmessung (mind. 3 Monate) im Keller erfolgen:

  • Messpunkt: niedrigste dauerhaft genutzte Ebene

  • Ziel: Jahresmittelwert ermitteln

  • Referenzwert Österreich: 300 Bq/m³

Ohne Messung ist jede Maßnahme ein Blindflug.


2. Sehr wirksame Maßnahmen (Primärmaßnahmen)

2.1 Unterboden-Absaugung (beste Einzelmaßnahme)

Wirkung: sehr hoch (Reduktion oft 70–95 %)

Prinzip

  • Radon wird unter der Bodenplatte abgesaugt, bevor es in den Keller gelangt

  • Ventilator erzeugt leichten Unterdruck im Erdreich

Voraussetzungen

  • Zugang zur Bodenplatte (Kernbohrung)

  • Drainageschicht oder ausreichend durchlässiger Untergrund vorteilhaft

Kosten grob

  • 1.500–3.500 €

  • Betriebskosten gering

Empfehlung
Goldstandard, wenn Werte deutlich >300 Bq/m³


2.2 Abdichtung aller Eintrittsstellen

Wirkung: mittel bis hoch (abhängig vom Zustand)

Typische Schwachstellen

  • Risse in Bodenplatte

  • Wand-Boden-Fugen

  • Rohr- und Kabeldurchführungen

  • Bodeneinläufe

Maßnahmen

  • dauerelastische Dichtstoffe

  • radondichte Manschetten

  • Epoxidharz oder mineralische Dichtungsschlämme

Wichtig

  • Nur wirksam, wenn vollständig und dauerhaft ausgeführt

  • Selten allein ausreichend bei hohen Werten


3. Lüftungstechnische Maßnahmen (Sekundärmaßnahmen)

3.1 Kontrollierte Kellerlüftung

Wirkung: mittel

Varianten

  • zeitgesteuerte Fensterlüftung (einfach, aber wetterabhängig)

  • mechanische Abluft (leiser Ventilator)

  • kleine dezentrale Lüftungsgeräte

Grenzen

  • Radon wird verdünnt, nicht verhindert

  • Bei ungünstigen Druckverhältnissen kann Lüftung Radon sogar ansaugen

 Gut geeignet bei leicht erhöhten Werten (100–300 Bq/m³)


3.2 Druckausgleich Keller ↔ Wohnbereich

Ziel

  • Verhindern, dass Radon aus dem Keller in Wohnräume aufsteigt

Maßnahmen

  • Kellertür luftdicht ausführen

  • keine offenen Treppenabgänge

  • Keller leicht unter Unterdruck halten


4. Nutzungsspezifische Optimierung

Reiner Lagerkeller

  • Fokus auf Abdichtung + gelegentliche Lüftung

  • Keine Aufenthaltsräume dort planen

Wohn- oder Hobbykeller

  • Zielwert idealerweise <100 Bq/m³

  • Kombination aus:

    • Unterbodenabsaugung

    • Abdichtung

    • geregelter Lüftung


5. Reihenfolge der Umsetzung (empfohlen)

  1. Messen

  2. Sichtprüfung und Abdichtung offensichtlicher Leckagen

  3. Nachmessung

  4. Bei Bedarf Unterboden-Absaugung

  5. Feintuning über Lüftung


6. Typische Fehler

  • Nur „mehr Lüften“ ohne Messung

  • Abdichten ohne Druckentlastung im Boden

  • Lüftung, die Unterdruck im Wohnbereich erzeugt

  • Maßnahmen ohne Nachmessung


Kurzfazit

  • Nachträgliche Optimierung ist technisch gut machbar

  • Unterboden-Absaugung ist die wirksamste Maßnahme

  • Abdichtung und Lüftung sind wichtige Ergänzungen

  • Messung vor und nach jeder Maßnahme ist essenziell

Wenn Sie möchten, können Sie mir sagen:

  • ob der Keller genutzt wird (Lager / Hobby / Wohnen),

  • ob das Haus einen Beton- oder Ziegelkeller hat,

  • Baujahr des Hauses.

Dann kann ich die optimale Maßnahmekombination konkret für Ihren Fall ableiten.

Videos zum Thema

RadonTec | Bundesamt für Strahlenschutz - Erklärfilm zu Radon

RadonTec | Bundesamt für Strahlenschutz - Erklärfilm zu Radon.


 

Quellen
  1. BMK Wasserwirtschaft
  2. Baubiologie.or.at
  3. Fachstelle für Radon
  4. Land Oberösterreich
  5. RadonTec GmbH
  • Immobiliensuche Relevante EU-Richtlinien & Gesetzblätert für Haus bzw. Wohnungssuchende in Österreich
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